Gerade zum Ende eines Jahres wird regelmäßig versucht, die wichtigsten Themen des kommenden Jahres vorherzusagen. Und jedes Jahr werden die zu erwartenden Trends und Veränderungen atemberaubender und die prognostizierten Auswirkungen gravierender in allen Bereichen des Alltags. Es scheint fast ein Selbstläufer zu sein. Es wird gemacht, was möglich ist und ehe wir uns versehen, sind wir mit den Dingen konfrontiert und müssen „damit klar kommen„. Unsere Kinder scheinen 80 % des Tages auf ihr Handy zu starren und kaum noch in der Lage zu sein, sich ununterbrochen eine Stunde mit etwas anderem als einem digitalen Gerät zu beschäftigen, während bereits die nächsten Neuerungen über uns hereinbrechen, die diese Quote noch weiter nach oben treiben könnte. Wir können kaum noch inne halten, um zu schauen, wo wir stehen und ob wir etwas korrigieren müssen. Es geht in atemberaubender Geschwindigkeit weiter.

Und nun ist es wieder soweit. Die Prognosen für 2015 und die Jahre danach werfen ihre Schatten bereits voraus: Alles wird digitalisiert – Internet der Dinge. Und während wir kaum noch gedanklich folgen können und viele „Normalbürger“ gar nicht mehr verstehen, um was es geht, heißt es: wir stehen gerade erst am Anfang – es geht jetzt erst richtig los – gefolgt von den nächsten 10 Megatrends und ihren Auswirkungen auf unser Leben.

Zeit sparen, Geld sparen, noch einfacher und schneller, Mensch und Technik verschmelzen. Das ist es, was wir als Kunden offensichtlich alle wollen und was prompt bedient wird. Und während wir all diese Produkte nutzen scheinen wir vor lauter Zeiteinsparung und Bequemlichkeit noch weniger Zeit für die wesentlichen Dinge im Leben zu haben, wie zuvor. Wenn ich mich mit Menschen darüber unterhalte, was sie eigentlich wollen und was sie unter einem guten Leben verstehen, bin ich verblüfft. Es geht nie um Zeit sparen, Geld sparen oder mehr Bequemlichkeit durch technischen Fortschritt. Es geht vielmehr um Beziehungen, Austausch, Vertrauen und gemeinschaftlichen Schaffens. Es geht darum seine Träume zu verwirklichen und Sinn im Leben zu finden.

Welche Vorhersagen gibt es zu diesen Wünschen und Visionen? Dient unser technischer Fortschritt diesen eigentlichen Wünschen der Menschen? Müssen wir uns nicht auch menschlich entwickeln und reifer werden, damit wir die technischen Möglichkeiten im Sinne eines wirklich besseren Lebens nutzen können? Für mich scheint das für die nächsten Jahre eine Kernfrage zu sein. Menschliche und technische Entwicklung müssen parallel vorangetrieben werden, wenn wir nicht von Technik einfach nur fremdbestimmt werden wollen. Über 60 % mehr psychische Erkrankungen, Burnout und Erschöpfung bereits im Studium oder Mitte 30 – Tendenz steigend – sind bereits heute alarmierend.

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